Maui / Hawaii

Südafrika, Mauritius oder Chile. Dem Hören und Sagen nach sind dies alles hervorragende Surfspots. Nachdem ich 2012 bereits mit Jan Seidel die Wellen von Südafrika kennenlernte, war es dieses Jahr an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren.

Bereits im Sommer nahmen wir die Planung unseres Surf-Trips in Angriff. Die ersten Gedanken gingen in Richtung Mauritius. Weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser und sehr gute Wellen ließen Mauritius für uns sehr verlockend wirken. Besonders die Wellen wie Manawa und One-Eye sind berüchtigt und ließen uns ernsthaft an dieses Reiseziel denken. Da wir jedoch auf Grund der Semesterferien den Februar als Reisezeit angewiesen waren, mussten wir Mauritius leider streichen. Als wir ein Video von scheinbar endlosen Wellen in Chile sahen, war auch diese Location ein Thema. Wir verwarfen diesen Gedanken jedoch bald, da nur sehr wenige Freunde von uns hier persönliche Erfahrung gemacht haben und wir diesmal nicht das Versuchskaninchen spielen wollten.

Also fiel die Entscheidung auf das Mekka des Surfens und Windsurfens, der Hotspot schlechthin: Maui. Hawaii ist schon immer ein Traum von mir gewesen. Schon als Kind wollte ich auf die Inseln von Magnum P.I. und der Heimat meines damaligen Idols Josh Stone reisen. Wer kennt nicht die Bilder der Pro´s, wie sie in Hookipa scheinbar perfekte Wellen abreiten. Der Platz an dem sich fast die gesamte Elite im Winter versammelt und unzählige Profis, ehemalige Profis und Segeldesigner ihr Zuhause gefunden haben. Nun sollte der Traum von Maui für uns in greifbare Nähe zu rücken. Maui bietet im Winter mitunter die besten Wellen der Welt. Im Sommer weht dann der kräftige Trade-Wind. Wir dachten, im Februar bekommen wir vielleicht das Beste von beiden. Zumindest mit den Wellen sollten wir Recht behalten.
Flüge waren über die Lufthansa schnell gefunden. Eine Unterkunft fanden wir dank Air-BnB ebenso. Preisgünstig war leider keines von beiden. Das ist ein Abstrich, den man auf Maui leider generell machen muss, wie wir feststellten.

Ende Januar war meine letzte Semesterprüfung dann endlich absolviert und es konnte los gehen. Nach stundenlangen Diskussionen mit der Lufthansa per Telefon und am Vorabend-Check-In Schalter über den Umfang des Sportgepäcks haben wir es schließlich geschafft all unser Material in den Flieger zu bekommen. Das war gar nicht so einfach, denn die Leute von der Lufthansa kannten ihre eigenen Bestimmungen nicht, im Internet auf der Lufthansa Homepage existieren verschiedene Versionen. Dass der Anschlussflug ab San Francisco mit der United ging, komplizierte die ganze Sache noch mehr. Die Lufthansa weigerte sich zunächst unser Gepäck über die Zwischenstation durchzuchecken, was erhebliche Mehrkosten für uns bedeutet hätte. Somit mussten wir am Vorabend vom Flughafen mit komplettem Gepäck wieder abtraben und es am Morgen des Abfluges noch einmal versuchen. Nach stundenlangen Telefonaten mit Lufthansa und United war es dann zum Glück doch möglich.

Der Flug mit der A380 nach San Francisco war beeindruckend. Ich muss sagen in einem so großen und dabei extrem leisen Vogel zu sitzen, ist schon etwas anderes als das was wir bisher kannten. Kaum in San Francisco angekommen, mussten wir schnell unser Gepäck neu aufgegeben. Nach insgesamt 23 Stunden Flugzeit landeten wir dann auf dem Kahului Airport und wurden von Hulatänzerinnen und einem dicken singenden Mann am Gepäckband begrüßt. Der Vergleich zu Israel Kamakawiwoʻole ist hier nicht all zu weit hergeholt. Mit voll bepacktem Mietwagen ging es dann bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit nach Haiku in unser Apartment, wo wir nur noch ins Bett fielen.

 

Am nächsten Tag wurden wir nicht von einem krähenden Hahn begrüßt, sondern von einem schreienden Gecko, der sich in unserem Apartment eingenistet hatte und fortwährend morgens und abends krächzte. Nach einem guten Frühstück mit Eiern und Schinken wollten wir dann erstmal unsere Boards abholen. Patrik Diethelm hatte uns angeboten seine Bretter welche er bei Riccardo Campello gelassen hatte. zu nutzen. An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an Patrik und Karin, die uns damit wirklich sehr geholfen hatten. Da Ricardo nicht da war, übergab uns Mathias die Boards aus Ricardos Schuppen.

 

Schließlich ging es dann zum ersten Mal mit unserem Surfzeug Richtung Hookipa, was durch mäßige Konawinde jedoch unsurfbar war. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, in Lanes raus zu gehen. Lanes... wer kennt nicht die Videos von den wohl extremsten Portack Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Um dort hin zu kommen, gibt es allerdings nur zwei Wege. Der erste führt über Hookipa vorbei an den berühmt berüchtigten Felsen, die schon so manches Material zerstört haben. Der ablandige Konawind macht es verdammt schwer an diesen Felsen vorbei zu kommen, da man sich hier in einen Windloch befindet. Durch Wellen und Strömung wird man dann genau auf diese Steine gedrückt. Wenn man es nicht direkt auf dem Brett in den rettenden Channel schafft, hat man nur eine Chance: die hintere Fußschlaufe packen und wie ein Irrer schwimmen, um  zu versuchen die Strömung vor den Felsen zu erwischen, durch welche man dann in den sicheren Channel gezogen wird. Der zweite Weg führt über einen Felsvorsprung an der Steilküste von Lanes. Man muss sein Material diese entlang tragen und dann mit dem Material von einem Felsen ins Wasser springen. Einen Weg zurück gibt es dann hier nicht mehr, sondern nur der Ausgang über Hookipa ist dann noch möglich.

Unser Starttag war einer der Tage mit den heftigsten Wellen, weit über Masthoch und leider kaum Wind. Wir waren geschockt. Wir hatten mit allem gerechnet nur nicht mit solch heftigen Bedingungen am ersten Tag. Wie soll man hier aufs Wasser kommen? Auf dem Wasser waren nur Josh Stone und Robby Swift, die die Wellen auseinander nahmen. Ich überlegte welches der bessere Weg nach Lanes war. Ich fragte einen Lifeguard, worauf man hier speziell achten muss. Er wollte nur wissen, ob ich gut schwimmen kann und erklärte mir dann die Strömungsverhältnisse. Kevin Prittchard baute in diesem Moment sein Material auf und ich dachte mir, dass es wohl das Beste sei, wenn ich mir erstmal anschaue, welchen Weg er wählt. Kevin wählte den Weg über die Steilküste nach Lanes … beeindruckend … leider reichte aber der Wind nicht aus und die riesigen Wellen taten ihr übriges. Eine Welle erwischte ihn und spülte sein Material weit weg. Nun war Schwimmen angesagt. Robby Swift ging es nicht anders: beim Abreiten einer Welle verlor er sein Material und musste scheinbar endlos hinterher schwimmen. Die beiden schwammen durch die starke Strömung förmlich auf der Stelle und kamen ihrem Material kaum näher. Nach fast einer halben Stunde schafften es beide schließlich in Hookipa an Land, nachdem ihr Material bereits über die Steine dort hin gespült worden war. Dies war der Moment in dem ich entschied, dass ich vielleicht nicht direkt am ersten Tag alles riskieren muss und mich an diesem Tag nach einem einen anderen Spot umsehe. Schließlich lagen noch dreieinhalb Wochen vor uns.

Wir fuhren deshalb nach Kihei im südlichen Teil der Insel. Ein Spot der bei Kona side-onshore Bedingungen hat und vor allem bei Freeridern und Slalom Fahrern sehr beliebt ist. Zwar war hier fast keine Welle, aber man konnte sich nach dem langen Flug erstmal an das Material gewöhnen und ein paar kleine Sprünge üben.

 

Auf dem Heimweg packte uns dann der Hunger. Da wir noch nichts eingekauft hatten fuhren wir in Paia bei den Restaurants vorbei und schauten, ob wir dort was zu essen bekommen. Alle Restaurants waren bereits um 22 Uhr geschlossen,  was jedoch nicht sonderlich tragisch für uns war, nachdem wir die Speisekarten studiert hatten. Bei umgerechnet über 20€ für eine Pizzaund ca. 15€ für einen Burger war für uns klar, dass Restaurantbesuche die nächsten Wochen ausfallen werden. Das erste Essen des Tages, eine kleine Nudelsuppe zum Aufbrühen, nahmen wir dann an einer Tankstelle zu uns. Die Tankstelle war das Einzige, was noch offen hatte. Kulinarisch weniger befriedigend.

 

Am nächsten Tag war es dann soweit: der erste Tag in die großen Wellen von Lanes. Der Wind war draußen so stark, dass ich mein 4.2er wählte. Hmmm … da war ja noch das Problem mit diesem rauszukommen …! Ich wählte den Weg über Hookipa wie alle an diesem Tag. Vor mir dümpelte Marcillo Browne der an den Felsen vorbei, als wäre es die normalste Sache der Welt. So packte ich meinen Mut zusammen uns versuchte es ihm gleich zu tun. Unnötig zu erwähnen, dass dies bei meinem ersten Versuch so nicht funktionierte. Auf Grund des Windmangels musste ich ins Wasser und für einen Wasserstart reichte der Wind auch nicht aus. Ein großes Set kam und spülte mich gefährlich nahe in Richtung der Felsen. Jetzt war nur noch eins angesagt – Schwimmen …  und zwar so schnell ich konnte. In letzter Sekunde schaffte ich es in die Strömung welche mich in den Channel zog.

Draußen angekommen, musste ich erst einmal durchatmen. Jedoch fasste ich voller Vorfreude schnell den Entschluss mir eine Welle zu schnappen. Das war gar nicht so einfach,da der Wind komplett ablandig kam und die Wellen verdammt schnell waren. So passierte es nicht selten, dass man von der Welle überholt wurde die man eigentlich abreiten wollte. Ein paar gute Wellen erwischte ich jedoch und ich traute mich von Welle zu Welle weiter in den kritischen Teil hinein … einmal zu weit. Eine masthohe Welle nahm mich in die Mangel. Unglaublich wie viel Kraft die Wellen hier haben. Scheinbar endlos erscheint einem ein Waschgang. Mein einziger Gedanke war es, das Material nicht loszulassen. Einfach festkrallen und darauf  warten, dass es aufhört. Als ich dann wieder auftauchte, suchte ich mein Material zusammen, um schnell wegsurfen zu können, doch da kam dann schon die nächste Welle. Mich trug es immer weiter Richtung Steilküste. Einen Weg an Land gibt es hier nicht, nur über die „Rocks“. Der Wind reichte nicht für einen Wasserstart und so war wieder schwimmen angesagt. Als ich dann das nächste große Set kommen sah, hatte ich schon die Befürchtung, dass es mich wieder erwischt. Ich schaffte es um Haaresbreite über die Wellenberge, während Kevin Pritchard seine Turns um mich zog.

Ich ließ mich jedoch nicht entmutigen und nahm die nächsten Wellen zum abreiten. Die Wellen hier haben wirklich unglaublich Power, kein Vergleich zu Kapstadt oder sonst irgendwo. Sie sind wesentlich schneller und brechen extrem stark, aber genau das macht verdammt viel Spaß! Ich zog meine ersten Aerials und in jeder Welle wurde es besser.

Der Weg zurück an Land war denn weniger beschwerlich. Mit einer Welle konnte ich bis an den Sand von Hookipa Beach surfen. Das war sie also,die erste Session in den Wellen von Hawaii. Unglaublich ... was für ein riesen Spaß! Und das Material war auch heil geblieben.

 

Die nächsten Tage brachten ähnliche Bedingungen. Mit der Zeit wurden die Wellen kleiner und zu unserem Bedauern schwächten sich die Konawinde ab. Wir hatten nun schon über eine Woche Kona und mindestens die nächste Woche sollte es laut Vorhersage auch so bleiben. Angeblich eine sehr untypische Wetterlage für Maui. Laut vielen Locals sollte es im Normalfall immer nur ein paar Tage Kona geben, nicht gleich zwei Wochen oder mehr. Letztendlich hatten wir drei Wochen Kona, was es so laut Robby Naish und Co. noch nie gegeben haben soll.

Im Verlauf der nächsten windlosen Tage versuchten wir uns im Wellenreiten. Simo, eine junge Argentinierin, welche auf Maui hängen geblieben ist, scheuchte uns mit zwei viel zu kleinen Boards in die großen Wellen von Hookipa. Alleine das Rauspaddeln war schon eine Herausforderung. Im Wasser lauern gefühlte 100 Surfer auf „ihre“ Welle. Dementsprechend schwierig ist es eine abzubekommen, ohne als Anfänger den Locals in den Karren zu fahren. Wenn man dann seine erste Welle bekommen hat, ist dies ein magisches Gefühl. Die Beschleunigung durch die Welle und deren Kraft fühlt sich ganz anders als beim Windsurfen an. Es ist viel intensiver. Somit waren die ersten Schritte zum Wellenreiten getan. Eines stand für uns fest: für die nächsten windlosen Tage brauchen wir größere Boards.

Bei Kanaha Kai Maui liehen wir uns für die nächsten Tage ein Longboard und ein SUP. Damit versuchten wir uns jedoch nicht in Hookipa, sondern in den kleineren aber nicht weniger schönen Wellen des Hafens. Hier war es wesentlich einfacher Fortschritte zu machen und das Aufstehen war auf dem 8,6“ wesentlich leichter als auf dem 5,9“ Shortboard von Simo. Wir verbrachten fast den ganzen Tag im Hafen beim Wellenreiten. Als jedoch ein ca. 3 Meter langer dunkler Schatten vor mir auftauchte, paddelte ich schnell zu den anderen Wellenreitern. Jan ließ nicht lange auf sich warten und meinte plötzlich, er glaube er habe einen Hai gesehen. Wir beschlossen die nächste Welle zu nutzen um an den Einstieg zurück zu surfen, schließlich hatten wir ja genug Zeit auf dem Wasser verbracht. Später wurde uns gesagt, dass sich im Hafen öfters Haie aufhalten, da die ortsansässigen Fischer ihre Fischabfälle ins Wasser schmeißen, was natürlich große Fische anlockt. Das ist nicht besonders surferfreundlich!

Auf der anderen Seite sagt man sich aber, dass es wesentlich wahrscheinlicher ist, von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, als von einem Hai gebissen zu werden. Ich konnte diesen Vergleich nie ganz nachvollziehen, aber nachdem ich die Palmen mit den vielen Kokosnüssen daran (und darunter) sah, ist mir dies nun klar. Künftig machte ich nach Möglichkeit um Palmen einen weiten Bogen..

 

Ein besonderes Unterwassererlebnis erwartete uns an der Westküste in Kapalua. Das ist ein echter Geheimtipp, hier gehen auch die Einheimischen schnorcheln. Um an die beste Bucht zu kommen, die durch die Wellen nicht zu sehr aufgewühlt wird, muss man jedoch ein paar Meter laufen. Nach einem Sprung von dem Felsen  in‘s Wasser wartete jedoch eine traumhafte Unterwasserwelt auf uns. Hier trifft man auf Rochen und vor allem auf Schildkröten, ein unvergessliches Erlebnis.  . Unter Wasser hörte ich plötzlich helle undefinierbare Geräusche. Nicht weit von uns tauchte plötzlich eine Walschule auf. Die Wahrscheinlichkeit auf Wale zu treffen ist auf Maui im Winter besonders hoch. Besonders zwischen Maui und Ohau tümmeln sich hier einige dieser Meeresriesen. Leider ist Walewatching eine ziemlich beliebte Attraktion, macht die Wale aber sichtbar nervös und stört sie in ihrem natürlichen Umfeld. Das war jedoch nicht die einige Walsichtung in unseren Urlaub. Dazu später jedoch mehr. 

 

Die nächsten Tage wurden die Wellen noch kleiner und der Wind ließ immer noch auf sich warten. So beschlossen wir die Insel zu erkunden. Die erste Attraktion, die man sich laut jedem Reiseführer ansehen sollte, ist die Road to Hana. Hana liegt ganz im Osten von Maui. Auf dem Weg dorthin fährt man über unzählige enge Straßen durch den  tropischen Wald mit Wasserfällen und Brücken .. Den ersten Stop macht man an den Twin Falls. Dies sind 2 Wasserfälle , die sich auch gut zum Schwimmen eignen.  Der erste Wasserfall ist sehr schnell erreicht, für den zweiten muß man einen kleinen Fußmarsch auf sich nehmen.  Einen sehr steinigen Bach durchquert man am besten mit schuhen, da man sonst ein unfreiwilliges Bad mit dem kompletten Kamaraequipement riskiert. Kleiner Tipp: Twinn Falls sollte man nicht auf der Road zu Hana besuchen. Da dieser sehr nah an Haiku  ist, kann man hier jederzeit sehr schnell hingelangen. Die Road to Hana wird jedoch sehr schnell voll und man sollte sich morgens sehr beeilen, um vom Touristenstrom verschont zu bleiben. Den, Garden of Eden Arboretum, kann man getrost auslassen. Reine touristische Abzocke für einen künstlich angelegten Garten.

Weiter geht es auf der Road to Hana wieder vorbei an unzähligen Waserfällen zu Kahanu Garden. Hier steht der älteste bekannte polynesische Tempel Pi´ilanihaleHeiau. Grob betrachtet eigentlich nur ein Haufen von Vulkangestein. Die Landschaft hier ist jedoch genial. An der Steilküste aus Vulkangestein brechen die Wellen sehr eindrucksvoll und es stehen unzählige tropische Pflanzen und Palmen voll mit Kokosnüssen an der Küste. Es liegen so viele Kokosnüsse herum, dass wir von dem original hawaiianischen Park Hüter die Erlaubnis bekommen haben, so viele Kokosnüsse mitzunehmen, wie wir tragen können. Das liessen wir  uns nicht zweimal sagen,  schnell hatten wir ca. 20 riesige Kokosnüsse im Auto liegen. Die Zeit für einen Schnappschuss mit einem Eingeborenen blieb auch noch.

Den wohl schwarzesten Strand der Welt gibt esin Wai´anapanapa. Auch sehr sehenswert, wobei die Zahl der Touristern hier langsam intensiver wurde.

Hana an sich ist recht unspektakulär. So ging es dann schnell weiter Richtung ´Ohe´oGulch , auch Seven Sacret Pools genannt. Folgt man hier dem PipiwaiTrail in das Landesinnere und durch endlos dichte Bambuswälder über zahlreiche Brücken durch tiefe Schluchten  mit etlichen Wasserläufen, kommt man nach ca.  2 Meilen (3,2 km) an die Waimoku Falls. Dies ist ein über 180 Fuß hoher Wasserfall dessen beeindruckende Größe man schon vom weitem erahnen kann. Lustig  fanden wir, dass uns förmlich am anderen Ende der Welt ein paar deutsche Touristen über den Weg gelaufen sind. Wenn man die zwei Meilen wieder zurückläuft und dem Flusslauf Richtung Meer folgt, erreicht man die kleineren Wasserfälle der Seven Pools. Hier kann man sich von dem anstrengenden Trail ausruhen und einen Sprung ins Wasser genießen.

Nach Seven Pools hat man 2 Möglichkeiten: Entweder man fährt den selben Weg wieder zurück oder man fährt die Straße weiter über den nord-östlichen Teil der Insel. Hier endet jedoch die befestigte Straße und man fährt über Schotter auf  recht abenteuerlichem Wege. Hier endet der Regenwald und man fährt über Lavagestein vorbei am Vulkan Haleakala.  Eine vollkommen andere Landschaft als der Regenwald, aber nicht weniger beeindruckend.

Die Road to Hana können wir jedem Besucher empfehlen, der einmal auf Maui ist. Man sollte jedoch einen kompletten Tag einplanen.

 

Nach ein paar Tagen Pause schlug der Wind nun mit voller Wucht wieder zu. Sturmböen entwurzelten Bäume, der Strom fiel schon morgens auf der halben Insel aus..... wieder einmal Kona. Nach dem Frühstück machten wir uns scnell auf den Weg nach Hookipa. Die Straße lag bereits voller Äste. In Hookipa angekommen trafen wir auf Kevin Prittchard. Er überlegte, ob er in Hookipa aufs Wasser  gehen sollte oder doch lieber in Kihei wo die Bedingungen sicherer seien. Er meinte, dort könnte es Bedingungen haben wie auf Sylt.  Da ich Sylt absolut nicht mag, war für uns die Entscheidung klar: wir bleiben in Hookipa. Kevin, AscanioD´Ascanio und Morgan Noireaux taten es uns gleich und gingen auch in Hookipa auf‘s Wasser. Ablandiger Wind mit 45 bis 50 Knoten blies sorgte für anspruchsvolle Bedingungen. Die leilweise Masthohen Wellen waren brutal schnell, In den Wellentälern dagegen fast gar kein Wind. Sollte man also zu spät aussteigen oder gewaschen werden, ist es sehr schwierig wieder rauszukommen. Wer zu lange braucht um wieder aus dem Wasser zu kommen, landet nach der Waschmaschine entweder on the Rocks oder die Strömung zieht einen Richtung Jaws. Nichts desto trotz ein Hammer Tag. Bei Kona in Hookipa auf das Wasser zu können ist wie ein 6er im Lotto, so selten passen die Bedingungen. An diesen Tag passten sie und es war mit Sicherheit einer meiner anstrengendsten und intensivsten Tage auf dem Wasser.

 

Am nächsten Tag ließ der Wind leider schon wieder nach. Die Wellen nahmen jedoch zu. In Hookipa machten 8 bis 9 Meter hohe Wellen jeglichen Surf-Versuch wegen des fehlenden Windes zum lebensgefährlichen Risiko. An diesen Tag war Jaws angesagt.... nur nicht für uns. Wir gingen mit Ascanio im Hafen zum Wellenreiten.

Der nächste Tag brachte immer noch keinen Wind und so beschlossen wir ins Iao Valley wandern zu gehen. Hier gehen Trails durch die Regenwälder von West Maui. Irgendwann nahmen wir einen Abzweig und gingen unseren eigenen Weg abseits der touristischen Routen. Es begann ein echter Marsch durch den Urwald und Bambuswälder, wie man sie aus Dokumentationen kennt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit war dies jedoch sehr anstrengend. Der Ausblick auf IaoNeedle und riesige Bergketten ließen allerdings jede Anstrengung vergessen.

 

In der letzten Woche beschlossen wir uns den Sonnenaufgang auf dem Haleakala anzusehen. Dieser Vulkan ist 10.000 Fuß hoch und besitzt einen der Größten Krater der Welt. Wir stellten uns den Wecker auf 4 Uhr morgens und fuhren los. Ich kann nur empfehlen wirklich warme Sachen dort hoch mitzunehmen, Pullover und eine Jacke sind wegen der Kälte auf dem Berg Pflicht. Der Sonnenaufgang hier zählt zu den schönsten die es gibt. Auf 3000 Meter höhe ist die Sicht über den Wolken auf die Vulkane in Kombination mit dem Farbenspiel des Sonnenaufgangs einfach unbeschreiblich. Die Landschaft ist so traumhaft, dass wir beschlossen am nächsten Tag wieder hoch zu Fahren und eine ausgedehnte Wanderung zu unternehmen. Mit geschmierten Broten und vorgekochten Nudeln machten wir uns auf den Weg durch den Krater. Eine bizarre Mondlandschaft aus rotem Vulkangestein bilden eine Kulisse mit vielen Vulkankratern in einem riesigen Krater wie sie es so kein zweites Mal gibt. Für mich persönlich ist dies das absolute Highlight der Sehenswürdigkeiten auf Maui gewesen. Der Weg in den Krater hinein war für uns einfach und geht relativ schnell, weil wir doch recht flink den Vulkan entlang joggten. Dies sorgte für verwunderte Blicke der anderen Wanderer. Wir schafften es fast bis zum tiefsten Punkt des Kraters mußten allerdings kurz vor Erreichen unseres Zieles umkehren. Wenn die Sonne untergeht, wird es extrem kalt und damit sehr ungemütlich. Am Ende hatten wir 18 km und ca. 800 Höhenmeter zurückgelegt. Für den nächsten Trip nach Maui würde ich hier eindeutig mehr Zeit einplanen. Man kann eine mehrtägige Wanderung durch den gesamten Haleakala National Park machen, muß dies aber anmelden..

 

Am nächsten Tag kamen endlich die berühmten Trade Winde. Rechtzeitig zum Start in unsere letzte Woche konnten wir das erste Mal Hookipa bei Trade in  erleben. Jetzt verstehe jetzt jeden Mythos der sich um Hookipa rankt. Ein schmaler Einstieg genau an den Felsen ist die erste Hürde. Schafft man es nicht raus geht es straight on the Rocks. Das ist etwas,  was man tunlichst vermeiden sollte. Das ist nicht nur schmerzhaft sondern es zerstört auch direkt das Material. Draußen angekommen ist es ebenso schwer eine der schnellen Wellen zu erwischen. Nicht alle respektieren die Vorfahrtsregeln. So ziemlich jeder der Locals auf dem Wasser surft hier auf Weltklasseniveau, man sollte nicht unbedingt den Drang haben, sich unnötig gegen sie durchzusetzen. Han man eine gute Welle erwischt, , dann sollte man sie bis aufs letzte auskosten. Kraftvoll, schnell und steil, so könnten die Wellen gerne auch an Nord- und Ostsee sein. Ich versuchte mich an meinen ersten Aerials des Tages und katapultierte mich in die Luft, was für ein geiles Gefühl! Einen Hot SailsMaui Fahrer übersah ich leider gleich zwei mal... Er musste ziemlich schnell abtauchen um nicht Bekanntschaft mit meinen Board zu machen. An Land durfte ich mir deshalb ein paar „freundliche“ Worte anhören. Für perfekte Wasserfotos an diesem Tag sorgte „One More Foto“. Auch mich erwischte er mit seiner Kamera das ein oder andere Mal. Wirklich Geniale Bilder! Wer in Hookipa aufs Wasser geht, sollte einen Blick auf seine Facebook Seite werfen, vielleicht entdeckt man sich selbst auf dem ein oder anderen Bild. Auch Jimmie Hepp macht Fotos von Land aus mit sehr gutem Equipment. Leider Sind Bilder von ihm für Leute die er nicht kennt recht teuer. Highlight des Tages war dann aber  die nähste Begegnung mit Walen die ich je hatte. Levi Siver bemerkte, dass sich draußen Wale befinden und so surften wir zu ihnen. Riesige Buckelwale sprangen aus dem Wasser und ein Junges war auch dabei. Unglaublich. 10 Meter neben einem zu surfen ist etwas anderes, als diese auf Bildern oder im TVzu sehen. So etwas passiert einem wohl auch nur auf Maui. Ein wirklich gelungener Abschluss meiner Reise.

 

Die letzten Tage in Hookipa baben wir noch einmal voll ausgekostet.  Dann war unser Urlaub leider auch schon vorbei. Die Zeit verging wieder einmal viel zu schnell. Nur anhand des sinkenden Kontostandes wurde deutlich, wie lange man schon auf der Insel war. Jeder Tag ist einfach unheimlich teuer. Auch wenn man im Costco günstiger einkaufen kann als bei Mana in der Hippi Hauptstadt Paia bleiben die Preise saftig. Beispielsweise zahlt man für einen Liter Milch umgerechnet 10€, eine kleine Tiefkühlpizza … €. Trotzdem lohnt sich eine Reise nach Maui allemal. Jedoch sollte  man das nötige Können besitzt, um Hookipa anständig surfen zu können,sonste  kann die Insel auch sehr deprimierend sein.